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Adipositas Behandlungsmöglichkeiten & Adipositaschirurgie – Adipositas Definition, Ursachen, Symptome und die richtige Behandlung

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Starkes, krankhaftes Übergewicht ist inzwischen in allen Industrieländern ein großes Problem und auch in Österreich gibt es mehr und mehr adipöse Menschen. Sowohl die Ursachen als auch die Folgen der Adipositas sind vielfältig und es sind sowohl Erwachsene als auch Kinder von dem starken Übergewicht betroffen.

Was ist Adipositas?

Mit dem Begriff Adipositas wird ein starkes Übergewicht bezeichnet, das verschiedene gesundheitliche Probleme nach sich zieht. Die Adipositas wird auch als Fettleibigkeit oder umgangssprachlich als Fettsucht bezeichnet und ist keine Krankheit im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr ein chronischer körperlicher Zustand, der jedoch viele Folgeerkrankungen nach sich ziehen und begünstigen kann. Definiert wird die Adipositas in den Stufen I bis III von der Weltgesundheitsorganisation WHO gemäß des Body-Mass-Index BMI.

Adipositas (Fettleibigkeit) behandeln – Quelle: bigstockphoto.com 13865522

Der BMI zur Bestimmung von Adipositas

Um den BMI zu errechnen wird das Körpergewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat geteilt. Die Mühe, den BMI selbst nach der Formel

Körpergewicht in Kilogramm ÷ ( Körpergröße in Meter x Körpergröße in Meter)

zu errechnen, muss sich jedoch heute niemand mehr machen, denn im Netz gibt es viele BMI Rechner, in die einfach nur das Gewicht und die Größe eingegeben werden müssen. Über den BMI lässt sich das Gewicht von Kindern und Erwachsenen in Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas einstufen.
Es gelten dabei folgende Werte:

  • Untergewicht: BMI unter 18,5
  • Normalgewicht: BMI zwischen 18,5 und 24,9
  • Übergewicht: BMI zwischen 25 und 29,9
  • Adipositas Grad I: BMI ab 30
  • Adipositas Grad II: BMI ab 35
  • krankhafte Adipositas Grad III: BMI ab 40

Doch nicht nur der BMI ist maßgeblich für die gesundheitlichen Risiken, die eine Adipositas mit sich bringt. Auch die Fettverteilung im Körper spielt dabei eine große Rolle, so dass neben dem BMI auch immer der Taillenumfang beachtet werden muss. Überschreitet er bei Männern 102 Zentimeter und bei Frauen 88 Zentimeter, bestehen große Risiken, aufgrund des überhöhten Gewichts an Folgekrankheiten zu erkranken.

Weitere Methoden, nach denen die Fettverteilung berechnet wird, sind das Verhältnis von Taillenumfang zu Hüftumfang (waist-to-hip-ratio), das nach der Formel Bauchumfang geteilt durch Hüftumfang berechnet wird und das Verhältnis zwischen Körpergröße und Bauchumfang (waist-to-height-ratio), dass durch Bauchumfang in Zentimeter geteilt durch Körpergröße in Zentimeter errechnet wird.

Waist to hip Ratio
(=Verhältnis zwischen Taille und Hüfte)

Waist to Hip Ratio – Quelle: bigstockpohoto.com – 206487196

Die waist-to-hip-ratio sollte bei Frauen 0,85 und Männern 1,0 nicht überschreiten. Die Idealwerte der waist-to-height-ratio sind nach Altersgruppen gestaffelt, sie sollten bei unter 40 jährigen unter 0,5 liegen, im Alter zwischen 40 und 50 bei 0,5 bis 0,6 und bei über 50jährigen darf sie bei 0,6 liegen. Bei erhöhten Werten sollte man zumindest Blutwerte und Blutdruck regelmäßig beim Arzt überprüft werden.

Adipositas Zahlen und Fakten

Die Adipositas ist in allen Industrieländern und vielen Schwellenländern zu beobachten und die Menschen werden seit Jahren immer dicker. Österreich rangiert auf der Liste der Schwergewichte auf Platz 6 hinter Griechenland, den USA, Großbritannien, Deutschland und Finnland und 11 % der Österreicher gelten mit einem Body-Mass-Index von 30 oder mehr als adipös. Hinzu kommen weitere 41 % Übergewichtige mit einem BMI zwischen 25 und 29,9, so dass die Normalgewichtigen sich bereits in der Minderzahl befinden. Auch Kinder sind in großer Zahl von dem Problem betroffen.

Auffällig ist, dass sich Österreich ein klares Ost-West Gefälle zeigt. In den östlichen Bundesländern mit dem Spitzenreiter Burgenland weisen bis zu 13 % der Menschen ein starkes Übergewicht auf, während in den westlichen Bundesländern nur knapp die Hälfte, nämlich 6 % betroffen sind.

Adipositas ist längst zu einer umfassenden chronischen Gesundheitsstörung quer durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten geworden und die Industrieländer geben mittlerweile durchschnittlich 5% ihrer Gesundheitsausgaben für die Behandlung von Adipositas und den Folgeerkrankungen aus.

Ursachen für Adipositas

Die Ursachen für Adipositas sind vielfältig.
Sie umfassen unter anderem

  • genetische Ursachen
  • falsche Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • ungesunde Lebensweise
  • psychische Belastungen wie Einsamkeit, Stress oder Depression
  • Essstörungen
  • Krankheiten wie Cushing Syndrom, Schilddrüsen-Unterfunktion oder Hirntumore
  • Medikamente

Oft wird die Adipositas durch ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren ausgelöst, nur selten ist eine Ursache allein verantwortlich für die Fettleibigkeit. Zu wenig Bewegung, zu viel kalorienreiche Nahrung gepaart mit einer genetischen Veranlagung können beispielsweise zu einer Adipositas führen. Begünstigt wird die Adipositas vor allem durch falsche Ernährung und die mangelnde Bewegung durch den Lebensstil in den Industrieländern mit vielen sitzenden Tätigkeiten und kalorienreicher Nahrung wie Fastfood.

Symptome und Folgen von Adipositas

Ebenso vielfältig wie die Ursachen sind die gesundheitlichen Folgen der Adipositas. Tägliche Symptome sind oft

  • Kurzatmigkeit
  • starkes Schwitzen
  • schnelle Ermüdung
  • fehlende Ausdauer
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • seelische Belastungen wie ein vermindertes Selbstwertgefühl

Weitaus folgenreicher und auch ausschlaggebend für die Lebenserwartung sind jedoch die zahlreichen Folgeerkrankungen, die mit einer Adipositas einhergehen.

Dazu zählen beispielsweise

  • Bluthochdruck
  • Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • erhöhtes Schlaganfallrisiko
  • Arthroseerkrankungen
  • verschiedene gynäkologische Erkrankungen
  • Potenzstörungen
  • Gicht
  • Gallensteine
  • Schlafapnoe

Die Adipositas führt außerdem oft in einen Teufelskreis aus Übergewicht, seelischem Leiden, Essen als Frustbewältigung und in der Folge noch mehr Übergewicht.
Schwere Depressionen können die Folge dieser seelischen Belastungen sein.

Adipositas und Diabetes

Nicht von der Hand zu weisen ist natürlich auch der Zusammenhang zwischen der Adipositas und der Diabetes Typ 2. Noch vor 50 Jahren wurde der Diabetes Typ 2 als „Alterszucker“ bezeichnet, da er vorwiegend bei älteren Menschen auftrat, doch heute erkranken sogar Jugendliche an Diabetes Typ 2. Übergewicht ist also ein zentraler Faktor bei der Entstehung von Diabetes und der Grund dafür liegt insbesondere im Bauchfett.

Das Bauchfett ist ein hormonaktives Gewebe, das mit dafür verantwortlich ist, dass der Blutzucker nicht mehr  in die Körperzellen weitertransportiert werden kann, wo er abgebaut wird. So kommt es zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel, der zusammen mit einem erhöhten Blutfettwert zu einer Arteriosklerose, einer Verkalkung der Blutgefäße, führt. Dadurch werden massive Durchblutungsstörungen in lebenswichtigen Organen verursacht, die wiederum zu den bereits erwähnten Folgeerkrankungen führen.

Aufgrund der zentralen Rolle des Bauchfetts gilt ein Bauchumfang von 88 Zentimetern bei Frauen und 102 Zentimetern bei Männern daher Risikoindikator für eine Diabeteserkrankung und die Verminderung des Übergewichts ist in der Behandlung der Diabetes Typ 2 eine sehr entscheidende Maßnahme.

Adipositas behandeln

Die Behandlung der Adipositas geht immer mit einer Gewichtsreduktion einher. Es müssen dem Körper weniger Kalorien zugeführt werden, als er verbraucht, damit er auf das gespeicherte Fett zurückgreift. Eine Ernährungsumstellung, durch die die Kalorienzufuhr verringert wird, und mehr körperliche Aktivität, um den Kalorienverbrauch anzukurbeln, sind hier das Mittel der Wahl. Betroffene sollten sich jedoch bei einer Adipositas unbedingt von einem Arzt beraten und begleiten lassen, wenn sie Ihr Gewicht reduzieren möchten. Oft muss begleitend eine Verhaltenstherapie absolviert werden oder ein Ernährungsberater aufgesucht werden, um die Essgewohnheiten umzustellen und ein gesunderes Essverhalten zu lernen. Auch ein Sport- oder Bewegungsprogramm sollte vom Arzt begleitet werden, denn längst nicht alle Sportarten sind für stark übergewichtige Personen geeignet.

Ist das starke Übergewicht auf seelische Ursachen oder Essstörungen zurückzuführen, kann es auch notwendig sein, eine Psychotherapie zu machen oder sich in einer entsprechenden Klinik für psychosomatische Leiden behandeln zu lassen.

Magenverkleinerung mittels Adipositaschirurgie

Bei einer krankhaften Adipositas mit einem BMI von 40 und mehr oder bei einer Adipositas Grad II, die behandlungsbedürftige Begleiterkrankungen mit sich bringt, gibt es für Betroffene auch die Möglichkeit, sich der sogenannten Adipositas-Chirurgie zu unterziehen. Bei diesem operativen Eingriff wird das Magenvolumen verkleinert, was den Betroffenen dabei helfen soll, langfristig und dauerhaft ihr Gewicht zu reduzieren. Eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ist auch nach einer Adipositas-Chirurgie unerlässlich, denn die Patienten müssen lernen,  mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen. Ab einem BMI von 35 wird die Adipositas-Chirurgie in Österreich in der Regel von den Krankenkassen übernommen und in vielen Fällen werden auch die Kosten für Folgeoperationen übernommen,  in denen überschüssige Haut entfernt oder gestrafft wird.

Beratung rund um die Adipositas und Ihre Behandlung finden die Betroffenen bei allen niedergelassenen Ärzten, bei Ernährungsberatern oder in einer Stoffwechsel- oder Diabetesambulanz.  Viele Informationen zum Thema bietet die Österreichische Adipositas Gesellschaft auf ihren Internetseiten unter www.adipositas-austria.org.

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