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HI Virus, HIV & AIDS – Definition, Anzeichen, Symptome, Übertragung & Behandlungsmöglichkeiten

HI Virus, HIV & AIDS – Definition, Anzeichen, Symptome, Übertragung & Behandlungsmöglichkeiten
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AIDS Definition

AIDS, das sind vier Buchstaben, die in den 1980er Jahren die Welt veränderten. AIDS steht für Acquired Immune Deficiency Syndrome, auf Deutsch „Erworbene Abwehrschwäche Syndrom“.

AIDS ist eine Viruserkrankung, die durch die Viren HIV 1 oder HIV 2 ausgelöst wird. Die Abkürzung HIV steht für „Humanes Immundefizienz-Virus“. Eine Ansteckung mit dem HI Virus ist jedoch nicht automatisch gleichzusetzen mit einer AIDS Erkrankung.

Der HI Virus

Durch die Infektion mit dem HI Virus kann die körpereigene Abwehr sehr geschwächt werden und es können sich als Folge verschiedene, durchaus lebensbedrohliche Erkrankungen entwickeln wie beispielsweise Lungenentzündungen. Wenn das der Fall ist, spricht man von einer AIDS Erkrankung. Mit modernen Medikamenten lässt sich bei sehr vielen infizierten Menschen heute jedoch die Vermehrung des HI Virus im Blut verhindern, so dass die meisten mit HIV infizierten Menschen nicht mehr an AIDS erkranken.

Geschichte von AIDS

Der Ursprung des HI Virus liegt in Afrika, wo ein HI Virus vom Typ 1 in den 1930er Jahren das erste Mal auftauchte. Es war vom Affen auf den Menschen übertragen worden. Von Afrika gelangte das Virus in die Karibik, genauer gesagt nach Haiti, und von dort wiederum in die USA.  Letzten Forschungen zufolge muss das in den späten 1960er Jahren, wahrscheinlich im Jahr 1969 geschehen sein, mehr als 10 Jahre bevor die Immunschwäche im Jahr 1981 erstmals von Wissenschaftlern beschrieben wurde.

Ältere Forschungsansätze gingen bisher davon aus, dass das Virus Ende der 1970er Jahre von Afrika aus direkt in die USA gelangte und sich erst von dort aus in der Karibik und auf der ganzen Welt ausbreitete, doch die neuen Analysen eines Wissenschaftler-Teams um den Biologen Michael Worobey an der University of Arizona in Tucson legen nahe, dass das Virus Mitte der 1960er Jahre in Haiti auftauchte und von dort aus wahrscheinlich 1969 in die USA gelangte. Verantwortlich war dafür aller Wahrscheinlichkeit nach eine einzige Person, der sogenannte Patient Zero.

Begonnen hat die Ausbreitung in den USA an der Ostküste in New York City und von dort breitete sich das Virus über das ganze Land aus, bis es schließlich San Francisco an der Westküste erreichte. Dort traf die Infektion Ende der 1970er Jahre auf sexuell freizügige Gruppen homosexueller Männer und begann sich so rasant zu verbreiten, dass die Wissenschaftler auf das neue Virus aufmerksam wurden. In den frühen 1980er Jahren verbreitete sich das Virus dann auch in Europa.

Ein kanadischer Flugbegleiter, der jahrelang im Verdacht stand, der sogenannte Patient Zero zu sein und der aufgrund dieser Tatsache als eine der meistgehassten Personen in den USA zu zweifelhaften Ruhm kam, wird durch diese neuen Erkenntnisse viele Jahre nach seinem Tod mit nur 31 Jahren klar von der Verantwortung freigesprochen, für die Verbreitung des HI Virus verantwortlich zu sein.
Der wahre Patient Zero ist der Wissenschaft nicht bekannt.

AIDS Übertragung & Ansteckung

Das HI Virus wird über Körperflüssigkeiten übertragen, in denen es in hoher Konzentration vorhanden ist.

  • Blut
  • Sperma
  • Scheidenflüssigkeit
  • Muttermilch

Dadurch ergeben sich für das HI Virus folgende Hauptübertragungswege:

  • ungeschützte sexuelle Kontakte
  • intravenöser Drogenkonsum mit unsauberen Spritzen, die von mehreren Personen verwendet werden
  • Bluttransfusionen
  • Geburt
  • Stillen

Um sich mit dem HI Virus anzustecken, ist also außer bei einer Ansteckung über eine Bluttransfusion ein sehr enger körperlicher Kontakt mit einer infizierten Person erforderlich.

Das HI Virus ist sehr empfindlich und kann außerhalb des menschlichen Körpers nicht überleben, so dass eine Ansteckung auf anderen Wegen ausgeschlossen ist und normale Hygiene-Maßnahmen sowohl in Krankenhäusern als auch im Privathaushalt völlig ausreichen. Eine Ausnahme bilden Blutreste wie beispielsweise in den Spritzen von Drogensüchtigen, hier kann sich das Virus mehrere Tage halten und so von einem Süchtigen auf einen anderen übertragen werden.

Vor allem in den 1980er Jahren, als das Virus bekannt wurde, sahen sich HIV Infizierte Personen oft einer gesellschaftlichen Ächtung ausgesetzt, da die Angst vor einer Ansteckung groß war und teilweise in vollkommen unbegründete Panik und Hysterie ausartete. Es bestanden Ängste, tatsächlich oder mutmaßlich HIV Infizierten die Hand zu schütteln oder sie gar zu umarmen oder die gleichen Sanitäranlagen zu nutzen.

Diese Befürchtungen sind jedoch unnötig, denn obwohl in Urin, Kot, Speichel, Schweiß oder Tränenflüssigkeit schon HI Viren nachgewiesen wurden, sind diese Mengen zu gering für eine Ansteckung. Einzig wenn sich offene Wunden im Mund befinden, kann es durch intensives Küssen zu einer Ansteckung kommen.
Ansonsten ist im normalen Alltag im Zusammenleben und der Zusammenarbeit mit HIV Infizierten keinerlei Ansteckungsrisiko gegeben.

Auch eine Ansteckung durch Bluttransfusionen ist heute durch engmaschige Kontrollen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen.
Das Risiko, dass sich ungeborene oder neugeborene Kinder bei ihren HIV infizierten Müttern anstecken, ist dank moderner Medizin und bei einem Verzicht auf das Stillen heute auch nahezu ausgeschlossen.

Es bleiben als Hauptübertragungswege also ungeschützte Sexualkontakte und intravenöser Drogenmissbrauch.

AIDS Anzeichen, Symptome & Krankheitsverlauf

Wird eine HIV Infektion nicht behandelt, verläuft sie in vier Stadien.

  • HIV Erkrankung
  • symptomfreies Stadium
  • Stadium mit Symptomen
  • AIDS Erkrankung

Das erste Stadium der HIV Erkrankung wird oft nicht ernst genommen oder nicht mit einer HIV Infektion in Verbindung gebracht, sondern für einen grippalen Infekt oder eine Magen-Darm-Grippe gehalten.

Die Symptome treten etwa drei bis sechs Wochen nach der Infektion auf und äußern sich in

  • allgemeiner Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Durchfall
  • Lymphknotenschwellung
  • Nachtschweiß

Nach etwa vier Wochen klingen die Symptome von selbst wieder ab und es folgt eine symptomfreie Phase, die auch unbehandelt 10 bis 20 Jahre lang anhalten kann. Das Tückische an der Krankheit ist, dass die Betroffenen während dieser Zeit keinerlei Symptome aufweisen, sich nicht krank fühlen und auch die vermeintliche Grippe aus dem ersten Stadium ist in der Regel längst vergessen. Die Infizierten ahnen also nichts von ihrer Erkrankung, doch währenddessen vermehrt sich das HI Virus im Körper ungehindert, die Zahl der T-Helferzellen sinkt und das Immunsystem wird mehr und mehr geschwächt und geschädigt. Betroffene sind in dieser Phase natürlich auch ansteckend und können so ohne von der eigenen Erkrankung zu wissen, andere anstecken.

Die Dauer dieser symptomfreien Phase hängt unter anderem davon ab, wie hoch die Viruslast der Person war, durch die die Ansteckung erfolgte. Je mehr Viren bei der Ansteckung übertragen wurden, desto kürzer ist die symptomfreie Phase, im Durchschnitt dauert sie etwa 10 Jahre.

Zu der dritten Phase kommt es, wenn das Immunsystem durch eine große Anzahl an HI Viren bereits deutlich geschwächt ist. Die Erkrankten werden anfälliger für Infektionen aller Art und es treten vor allem Symptome auf wie

  • Hauveränderungen
  • Nachtschweiß
  • Pilzerkrankungen
  • Lymphknotenschwellungen

Unbehandelt geht dieses Stadium nach Wochen bis Jahren in eine voll ausgebrochene AIDS Erkrankung über.

In diesem letzten Stadium der HIV Infektion sind es vor allem an sich harmlose Erreger, mit denen das mittlerweile völlig zusammengebrochene Immunsystem nicht mehr fertig wird und die zu den unterschiedlichsten Erkrankungen führen. Dabei handelt es sich um Pilzerkrankungen, Viruserkrankungen und Erkrankungen, die durch Parasiten hervorgerufen werden. Zu den häufigsten gehören

  • Toxoplasmose, eine entzündliche Hirnerkrankung hervorgerufen durch parasitäre Toxoplasmen
  • Lungenentzündungen, hervorgerufen durch den Pilz Pneumocystis carinii
  • Speiseröhren- und Atemwegsentzündungen hervorgerufen durch den Pilz Candida
  • Leberentzündungen hervorgerufen durch ein Hepatitis B oder C Virus
  • Augenentzündungen und andere entzündliche Erkrankungen, die durch das Zytomegalie-Virus hervorgerufen werden
  • durch ein Herpes Virus hervorgerufene Erkrankungen
  • Tuberkulose

Hinzukommen Tumore wie das bösartige Kaposi Sarkom, das die Blutgefäße in der Haut befällt und bösartige Lymphome sowie Veränderungen des Gehirns, die als HIV-Enzephalopathie bezeichnet werden. In diesem letzten Stadium kommt es oft zu einem tödlichen Verlauf der HIV Infektion.

Möglichkeiten der Behandlung & Heilung

Als die Zahl der Aidsinfektionen ab den 1980er Jahren sprunghaft anstieg, stand die Medizin der Krankheit noch machtlos gegenüber. Es gab keine Therapie, keine Medikamente, keine erfolgsversprechenden Behandlungen und viele Menschen, darunter auch viele Prominente wie beispielsweise der Sänger Freddie Mercury oder der Schauspieler Rock Hudson verstarben an den Folgen einer HV Infektion.

Doch seitdem hat sich viel getan und die Forschung hat in den letzten vier Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht.

Zwar lässt sich eine HIV Infektion nicht heilen, doch mit Hilfe der antiretroviralen Therapie lässt sich die Vermehrung der HIV Viren im Blut aufhalten und so wird die HIV Infektion zu einer behandelbaren, chronischen Erkrankung, die unter dieser Therapie heute nicht mehr zum Tode führt.

Die Therapie besteht vor allem darin, durch Medikamente die Vermehrung der HI Viren im Blut zu stoppen und so die Viruslast zu senken. Gleichzeitig wird dafür gesorgt, dass die Zahl der T-Helferzellen ansteigt. Erreicht wird das durch eine Kombination von üblicherweise drei verschiedenen Wirkstoffen, wobei die Kombination verschiedener Medikamente unter anderem dafür sorgt, dass Resistenzen der Viren verhindert werden. Mit dem HI Virus infizierte Personen müssen diese Medikation in der Regel für den Rest ihres Lebens einnehmen und sich regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterziehen.

AIDS Prävention

Der überwiegende Teil aller HIV Neuinfektionen hierzulande, nämlich 90 %, ist auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zurückzuführen.
Eine Prävention besteht daher in erster Linie darin, sich beim Geschlechtsverkehr zu schützen, also den sogenannten Safer Sex auszuüben. Dazu gehört in erster Linie der Gebrauch von Kondomen bei vaginalem und analem Geschlechtsverkehr. Bei letzterem sollten außerdem extra starke Kondome sowie ausreichend Gleitmittel verwendet werden, um ein Reißen der Kondome zu verhindern.

Bei oralem Verkehr darf kein Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangen.

Vor allem bei wechselnden Sexualpartnern sollten diese Safer Sex Praktiken angewendet werden, in bestehenden monogamen Partnerschaften kann etwa sechs Wochen nach dem letzten ungeschützten Verkehr ein HIV Test vorgenommen werden. Sind beide Partner HIV negativ, kann auf Safer Sex Praktiken verzichtet werden, solange die Beziehung monogam bleibt.

Als weiterer Übertragungsweg gilt vor allem der intravenöse Drogenmissbrauch. Um hier eine HIV Infektion zu vermeiden, sollten die Abhängigen keine Spritzen mit anderen teilen und sich möglichst in Drogenberatungen mit frischen Einwegspritzen und Kondomen versorgen lassen.

Zahlen, Fakten und Beratungsstellen

In Österreich leben etwa 12.000 bis 15.000 HIV infizierte Menschen. Die Anzahl der Neuerkrankungen liegt seit Jahren stabil bei etwa 400 bis 500 Fällen jährlich und belief sich im Jahr 2015 428 auf Fälle.

Weltweit sind etwa 80 Millionen Menschen von der Infektion betroffen, die meisten davon im südlich der Sahara gelegenen Schwarzafrika (Subsahara-Afrika). Dort leben etwa 12 % der Gesamtweltbevölkerung und unter diesen 12 % sind 70 % aller weltweit HIV infizierten Menschen.
Die Zahl der Neuinfektionen ist jedoch rückläufig und ist seit dem Jahr 2000 um 35 % zurückgegangen. Dennoch kam es im Jahr 2015 noch immer zu mehr als 2 Millionen Neuinfektionen.

Ein gegenläufiger Trend lässt sich in Zentralasien und Osteuropa beobachten, wo die Infektionen immer weiter um sich greifen. Seit dem Jahr 2000 haben sich die Neuinfektionen mit HIV und die Todesfälle aufgrund von AIDS Erkrankungen dort verdreifacht.

Die Zahlen stammen von der Österreichischen AIDS Hilfe www.aids.at, wo Betroffene auch Hilfe und Beratung finden. Auch auf den Webseiten der Aidshilfen Österreich www.aidshilfen.at finden sich Beratungsangebote und viele Informationen.

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