Diabetes

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Der Diabetes mellitus ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO eine der weltweit am meisten verbreiteten Krankheiten. Der Name setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort diabainein für hindurchgehen oder hindurchfließen und dem lateinischen mellitus für honigsüß und bedeutet daher so viel wie honigsüßer Durchfluss. Mehr als 350 Millionen Menschen sollten weltweit an der Stoffwechselerkrankung leiden und allein in Mitteleuropa ist die Zahl der Diabetiker seit 1998 um etwa 40 % gestiegen.

Das Portal www.facediabetes.at, das von der Österreichischen Diabetes Gesellschaft betrieben wird, offenbart erschreckende Zahlen:

  • in Österreich stirbt alle 50 Minuten ein Mensch an den Folgen einer Diabeteserkrankung
  • mehr als die Hälfte aller in Österreich durchgeführten Amputationen, nämlich 62 % oder in realen Zahlen 2.500 Amputationen, müssen aufgrund einer Diabeteserkrankung vorgenommen werden
  • 200 Menschen erblinden jedes Jahr in Österreich als Folge einer Diabeteserkrankung
  • 300 Menschen pro Jahr werden aufgrund einer Diabeteserkrankung dialysepflichtig. Das ist mehr als ein Viertel (26 %) aller neuen Dialysepatienten

Geschätzt leiden in Österreich etwa 600.000 Menschen an einer Diabeteserkrankung, bis zum Jahr 2030 wird ein Anstieg auf 800.000 Erkrankte prognostiziert. Dabei leiden 85 bis 90 % der Patienten an einem Diabetes Typ 2.

Diabetes Typ 1

Der Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Beim Diabetes Typ 1 zerstört das körpereigene Immunsystem die Zellen in der Bauspeicheldrüse, die für die Produktion von Insulin verantwortlich sind. So entsteht ein Insulinmangel und der Blutzucker kann nicht angemessen abgebaut werden. Um den Insulinmangel auszugleichen, müssen die Betroffenen in der Regel Insulin spritzen. Der Diabetes Typ 1 ist nicht heilbar und tritt oft im Jugendalter oder bei jungen Erwachsenen auf. In Österreich leiden schätzungsweise 30.000 Menschen an einem Diabetes Typ 1, darunter etwa 3.000 Kinder und Jugendliche. Prozentual gesehen macht der Diabetes Typ 1 nur einen sehr kleinen Teil der Diabeteserkrankungen aus.

Diabetes Typ 2

Die große Mehrheit der Diabetespatienten, nämlich 85 bis 90 % leiden an einem Diabetes Typ 2. Früher war der Diabetes Ty 2 als Altersdiabetes bekannt, da vorwiegend ältere Menschen von der Erkrankung betroffen waren, doch heute erkranken auch zunehmend jüngere Menschen. Beim Typ-2-Diabetes sorgt hormonaktives Bauchfett für eine Insulinresistenz der Zellen und dadurch wird weniger Glukose in den Zellen aufgenommen. Der Blutzuckerspiegel steigt und vor allem in Verbindung mit hohen Blutfettwerten drohen so unter anderem eine Verkalkung der Blutgefäße sowie viele andere Folgeerkrankungen.

Diabetes Symptome

Eine Diabeteserkrankung kann sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Häufig treten die folgenden Symptome und Beschwerden auf:

  • starkes Durstgefühl
  • verstärkter Harndrang
  • Müdigkeit
  • trockene und juckende Haut
  • schlechte Wundheilung
  • Gewichtsverlust
  • erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
  • Azetongeruch im Atem (nur bei Typ 1)

Diese Symptome können sowohl beim Diabetes Typ 1 als auch beim Diabetes Typ 2 auftreten. Einzig der Azetongeruch im Atem tritt nur bei Diabetes Typ 1 auf. Im Allgemeinen ist es jedoch so, dass sich die Symptome eher beim Diabetes Typ 1 deutlich bemerkbar machen, da die Krankheit schneller fortschreitet. Beim Diabetes Typ 2 verläuft sie dagegen eher schleichend und langsam, so dass die Symptome oft nicht wirklich wahrgenommen oder ernstgenommen werden. Der Diabetes Typ 2 wird daher oft zufällig entdeckt. Das hat wiederum zur Folge, dass zum Zeitpunkt der Diagnosestellung oft schon Schäden durch die Krankheit verursacht wurden.

Ursachen für Diabetes

Der Typ-1 Diabetes ist genetisch bedingt und kann durch keinerlei Faktoren beeinflusst werden. Ganz anders sieht es jedoch bei dem weitaus häufigeren Diabetes, dem Typ 2 Diabetes aus. Zwar liegt auch hier oft eine genetische Disposition zugrunde, doch eine gesunde Lebensweise kann dazu beitragen, dass die Krankheit trotz genetischer Belastung nicht ausbricht.  Übergewicht und mangelnde Bewegung hingegen führen oft dazu, dass ein Diabetes Typ 2, der bis vor einiges Jahrzehnten als Alterszucker bezeichnet wurde, weil er vorwiegend Menschen im höheren Alter betraf, auch schon bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftritt.

Um das Risiko zu vermindern, an einem Diabetes zu erkranken, sollte daher auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung geachtet werden und Übergewicht sollte vermieden werden. Insbesondere Bauchfett erhöht das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Behandlung

Nach einer Diabetesdiagnose ändert sich für die Betroffenen in der Regel das gesamte Leben.  Wer an einer Diabetes Typ 1 erkrankt, muss fortan meist für den Rest des Lebens den Blutzucker messen, Insulin spritzen und die Kohlenhydrate in den Mahlzeiten zählen. Da sowohl eine Unterzuckerung als auch ein zu hoher Insulinspiegel vermieden werden müssen, ist ein recht regelmäßiger Tagesablauf und einiges an Disziplin notwendig, um die Krankheit gut zu managen.

Bei einem Diabetes Typ 2 müssen die Betroffenen vor allem ihren Lebensstil ändern. Eine gesündere und ausgewogenere Ernährung, mehr Bewegung und Sport und eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht können sogar dazu führen, dass sich ein Diabetes Typ 2 wieder zurückbildet und zumindest bis ins Alter verschwindet. Tabletten unterstützen bis dahin die Insulinwirkung.
Schreitet der Diabetes hingegen fort, reichen irgendwann die Medikamente nicht mehr aus und auch Diabetiker des Typs 2 müssen Insulin spritzen. Unbehandelt kann die Krankheit gravierende Folgen haben und sogar tödlich enden.

 

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